Frage 18

SIE ERWÄHNTEN MEHRMALS, ENTSCHEIDUNGEN DAS PROJEKT BETREFFEND WÄREN NICHT IN IHREM SINNE GEFALLEN. ERGABEN SICH DARAUS FÜR SIE PERSÖNLICHE KONFLIKTE?

Die große Paradoxie meiner Zeit in Köln-Wahn ergab sich aus dem Umstand, dass rückblickend jeder der moralischen Halbschatten, welche ich rundheraus ablehnte – oft sogar zu kritisieren bereit war – letztendlich eine weitere Stufe unseres Aufstiegs zum neuen, leichten Menschen ausmachte. Rückblickend wieder und wieder der eigenen Fehleinschätzung gewahr zu werden, zermürbte mich und ließ in mir den Wunsch reifen, mich gänzlich dem Willen Anderer anvertrauen zu können, um mich der Einheit und dem natürlichen Fluss ihrer Entscheidungen hinzugeben.

So war ich denn bereit sowohl den Tod von Höxter-Lüchtringens wie auch die Vernichtung zahlloser Generationen von Ratten-Piloten ohne Trauer als Teil eines höheren Sinns anzuerkennen, von dem ich hoffte, dass er sich mir zu einem späteren Zeitpunkt offenbaren würde. Und ich bemühte mich nur noch ein einziges Mal jenem Sterben einen Sinn zu verleihen, indem ich begann, die Toten der vergangenen Tage gleich kleinen Soldaten in einem Setzkasten anzuordnen, um einen Anschein von Ordnung und Struktur in unseren zahlreichen Versuchsabläufe zu erwecken.

Im Zuge dieser Sortierung schwor ich mir, weder in die HAW noch in die Fabrik meines Schraubenfürsten oder eine andere der mit Zwang belegten Facetten meines glanzlosen Lebens zurückkehren zu wollen.

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